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Kants Freiheitsantinomie

Februar - März 1998

 

Meine Hausarbeit bei Amazon.de

 

Dies war meine erste Hausarbeit an der Uni. Obwohl sie relativ kurz war (weshalb die ganze Arbeit in Schriftgröße 16 geschrieben ist, ich aber trotzdem nur auf 10 Seiten kam), erhielt ich für mein Erstlingswerk die relativ gute Note 1,3. Es geht in der Arbeit um Kants Freiheitsantinomie. Die Arbeit trägt den Titel "Warum sowohl eine Handlung als auch ihre Unterlassung vom freien Willen des Menschen zeugen".

 

In Immanuel Kants bedeutendsten Schriften, der "Kritik der reinen Vernunft" sowie der "Kritik der praktischen Vernunft" ist es eine der wichtigsten Fragestellungen, ob der Mensch Freiheit besitzt und wenn ja, wie diese sich äußert. Ist der Mensch in der Lage selbst eine Ursache zu stiften, oder läuft die Welt lediglich nach dem Schema ab, dass alles, was geschieht, eine zeitlich vorausgehende Ursache hat? Angenommen, der Mensch ist dazu fähig, von sich aus, d.h. aus Freiheit, eine Ursache zu stiften, also zu handeln, dann hat diese Handlung, die ja dann Ursache ist, auch immer eine Wirkung. Was ist nun aber mit dem Fall, in dem ein Mensch sich entscheidet, eine Handlung, doch nicht auszuführen? Heißt das dann, dass sowohl eine Handlung als auch ihre Unterlassung vom freien Willen dieses Menschen zeugen? Diesen und anderen Fragen versuche ich in der Arbeit auf den Grund zu gehen.

 

In Kants Freiheitsantinomie geht es dabei um das Paradoxon, wie es sein kann, dass der Mensch, obwohl doch alles in der Natur (der Welt der Erscheinung) nur nach dem Ursache-Wirkungs-Prinzip funktioniert, aus Freiheit handeln kann, d.h. selbst eine Ursache stiften kann. Kant beantwortet diese Frage, indem er die Ursache der vermeintlich freien Handlungen des Menschen in der intelliblen Welt, der Welt des 'Dinges an sich', verortet. Natürlich ist dies unzulässig, da das Kausalitätsprinzip und damit auch die Begriffe Ursache und Wirkung nur auf die Welt der Erscheinungen beschränkt sind.

 

Die ursprüngliche Frage des Textes wird von mir mit einem klaren 'Ja' beantwortet, da eine Unterlassung moralisch genauso richtig oder falsch sein kann, wie eine Handlung (z.B. bei unterlassender Hilfeleistung). Man hat hier genauso eine Ursache in der Welt gestiftet, wie mit einer aktiven Handlung.